Der Naturschutzpark Los Alcornocales bedeckt 170.000 Hektar Berggelände, bewachsen mit Bäumen. Diese krummen Berge sind nicht sehr hoch, aber von einer außergewöhnlichen Naturschönheit und einer komplexen Geologie. Der größte Teil des Parks ist bedeckt mit Korkeichen-Wäldern. Auf der Erde liegt er an zweiter Stelle der Regenwälder, was die biologische Vielfalt betrifft.
Die Korkeiche
Die Korkeiche Quercus suber ist eine der auffallendsten Mitglieder dieses Ökosystems. Im allgemeinen ist der Baum in der Krone größer, obwohl dies nicht immer der Fall ist. Was wirklich auffallend ist an diesem Baum, sind seine nackten Stämme und unteren Zweige, die wenn sie frisch beschnitten sind, von einer tief blutroten Farbe sind. Die Korkeiche Südspaniens und Portugals, zusammen mit einer viel kleineren Zone Italiens, produziert den größten Teil des Korkbedarfs der Welt.
Die Fauna bezieht Rehe, Damhirsche, Füchse, Dachse, Mauersegler, Ginsterkatzen und Mangusten, viele Arten von Echsen und Schlangen, Skorpione, riesige Tausendfüßler und zahlreiche Grillen, Grashüpfer und Zikaden mit ein.
Obwohl das Wetter von der Südküste bis zum bergigen Norden des Parks sehr unterschiedlich sein kann, ist es im allgemeinen heiß und trocken, von Mai bis zum angenehm warmen Monat September. Das restliche Jahr ist es größtenteils angenehm mild, mit Zeiträumen in denen es sintflutartig regnet, kurzen Zeiträumen in denen es kalt ist, begleitet von Nachtfrost. Es befinden sich mehrere Täler im Park, welche sehr abgegrenzte Wettersysteme haben. Die Mikroklimen die daraus hervorgehen sind die Säulen zum Erhalt von Pflanzengruppen mit Arten, die wir eigentlich mit der letzten Eiszeit hinter uns gelassen hatten.
Korkladung auf Maultier
Während der Sommermonate schlagen geschickte Männer mit Äxten bewaffnet die Rinde an den Korkeichen ab. Eigentlich ist es keine charakteristische Rinde, aber doch das Produkt einer Symbiotischen Verbindung zwischen Baum und Pilz. Die Männer mit ihren Äxten arbeiten mit anderen Männern, die Maultiere führen, zusammen. Auf den Maultieren wird der Kork geladen und dann zu einem Hof getragen. Hier wird er gelagert und vorbereitet für den Transport zu den Käufern.
Der Kork wird alle 9 Jahre abgebaut und stellt den intensivsten Gebrauch von Wildbeständen dar. Zusätzlich werden Saisonartig Brennholz, Spezialhölzer und Pilze geerntet. Dieses Nutzungssystem hält sich auf diese Weise schon seit über zweitausend Jahren aufrecht.
Auf jeden Fall aber ist das großartigste von allem die Vogelbevölkerung. Singvögel wohin man schaut, von denen einige aus dem Norden Europas stammen. Der größte Teil aber ist wohnhaft in der Mittelmeerzone oder sind Besucher aus Afrika. Ganze Kolonien von verschiedenen Adlerarten und Geiern sind hier wohnhaft oder kommen über die Meeresenge zu Besuch. Eulen, Käuze, Milane, Falken und Turmfalken sind hier sehr geläufige Vögel.
Die andere Hauptgruppe der Vögel ist die echte Wandervogel-Gruppe, die ihre Reise durch ganz Europa hindurch macht, die Meeresenge von Gibraltar überfliegt, um dann auf dem afrikanischen Erdteil zu überwintern. Wenn das Wetter allzu unbarmherzig ist, versammeln sich riesige Gruppen von müden Vögeln an der Küste. Dort warten sie vor dem Überflug an den Rändern des Parks, bis das Wetter sich genügend gebessert hat oder sie kommen dort wieder zu Kräften, wenn sie auf der Rückreise den Überflug schon hinter sich haben.
Es ist nicht leicht, in angebrachter Weise die Verbreitung von Wildblumen in Andalusien zu beschreiben. Eine botanische Statistik sagt aus, dass 80 % aller Wildblumen Europas sich auf der iberischen Halbinsel befinden und dass wiederum 80 % davon, in Andalusien entdeckt worden sind.